Erbrecht und Vermögensnachfolge

Unser Grundgesetzes enthält die Garantie, sein Vermögen vererben zu können.
Das deutsche Recht verwirklicht dies durch die Möglichkeit Verfügungen von
Todes wegen (Testament oder Erbvertrag) zu errichten. Demgegenüber kommt die
gesetzliche Erbfolge dann zum Tragen, wenn es der Erblasser unterlassen hat,
seine Erbfolge individuell durch Testament oder Erbvertrag zu regeln.

Häufig entsprechen diese Regelungen aber nicht der Vorstellung des Erblassers.
Sollten Sie keine Verfügung von Todes wegen errichtet haben, ist es jedenfalls
unabdingbar, dass Sie sich darüber informieren, welches Ergebnis die gesetzliche
Erbfolge mit sich bringt. Zudem ist zu beachten, dass sich durch das Hinzutreten oder
Wegfallen von Verwandten diese Erbfolge drastisch verändern kann. Ein Beispiel für
eine häufige Fehlvorstellung: Eheleute, die gemeinsam Eigentümer des
Familieneigenheims sind, sind oftmals der Meinung, dass der länger lebende
Ehegatte die Haushälfte des erstversterbenden Ehegatten allein deshalb erbt, weil sie
im Grundbuch zu je ½-Anteil als Eigentümer des Hauses eingetragen sind oder
schlicht, weil er mit dem Erstversterbenden verheiratet war. Dem ist aber nicht so.
Neben dem länger lebenden Ehegatten sind Kinder, so vorhanden, ansonsten die
Eltern des verstorbenen Ehegatten, und, wenn Eltern nicht mehr leben, die
Geschwister oder Geschwisterkinder des Verstorbenen Miterben des länger
lebenden Ehegatten. Der Überlebende Ehegatte findet sich in diesem Fall in einer
Erbengemeinschaft mit den Verwandten des zuerst verstorbenen Partners wieder.
Dieses Ergebnis der gesetzlichen Erbfolge ist weitgehend unbekannt und überrascht
die Beteiligten, wenn es zu spät ist.

Mit einer Verfügung von Todes wegen vermeiden Sie solche Überraschungen, denn
Sie können weitgehend selbst bestimmen, wer Ihr Vermögen im Todesfall erhält. Es
können zum Beispiel nicht verwandte Personen als Erben eingesetzt, die gesetzlichen
Erbteile abgeändert und Vermächtnisse oder Testamentsvollstreckung angeordnet
werden.

Seit 2012 werden alle Testamente und Erbverträge, die vor einem Notar errichtet
werden, im Zentralen Testamentsregister der Bundesnotarkammer (ZTR) registriert.
Im Sterbefall wird so sichergestellt, dass die betreffende Urkunde vom
Nachlassgericht berücksichtigt wird. Privat errichtete und nicht registrierte
Testamente sind zwar von demjenigen, der sie im Besitz hat, im Sterbefall ebenfalls
dem Nachlassgericht einzureichen. Vernichtet die betreffende Person jedoch das
Testament – etwa weil darin eine für sie nachteilige Verfügung enthalten ist – ist es
praktisch ausgeschlossen, dass dieser letzte Wille berücksichtigt wird. Mit einem vor
einem Notar errichteten Testament oder Erbvertrag, die zwingend dem Zentralen
Testamentsregister zu melden sind, kann dies nicht passieren.

Weitere Informationen finden Sie in der hier verfügbaren Broschüre.